Literatursommer
Seit 1996 führt das Literaturhaus Schleswig-Holstein mit zahlreichen Kooperationspartnern im Land den »Literatursommer Schleswig-Holstein« durch, insgesamt 30-mal wurden Länderschwerpunkte ausgewählt. Seit 2026 findet der Literatursommer unter einem Themenschwerpunkt statt. Das Projekt hat zum Ziel, internationale und nationale Literatur von Rang einem breiten Publikum im Land vorzustellen. Dazu werden im Sommer ca. 4–5 Autor*innen eingeladen, die innerhalb einer Lesereise mit 4–5 Terminen verschiedene Orte Schleswig-Holsteins bereisen. Der besondere Reiz für die teilnehmenden Autor*innen sowie für das Publikum dieser Veranstaltungsreihe liegt in der Unterschiedlichkeit der Orte und Veranstalter: Größere Städte und kleinere Dörfer, Buchhandlungen, Büchereien, regionale Kulturvereine und Museen sind nur einige der hier beispielhaft genannten.
Themenschwerpunkt »Erzählen von Freiheit«
Der Literatursommer 2026 hat erstmalig einen Themenschwerpunkt: »Erzählen von Freiheit«. Er findet vom 29. Juni bis 26. Juli statt. Das Programm gibt es hier zum Download.
Die Freiheit zählt zu den elementaren Menschenrechten. »Freiheit! Freiheit!« sind die letzten Worte von Goethes Götz von Berlichingen von 1774, Friedrich Schillers Marquis von Posa im »Don Karlos« von 1787 forderte von König Philipp II. »Gedankenfreiheit«, und 1943 sprach Sartre in seinem Stück »Die Fliegen« davon, der Mensch sei »dazu verurteilt, frei zu sein«. Freiheit ist ein Schlüsselbegriff der modernen Gesellschaft, selbstverständlich auch der Literatur. Daher war es naheliegend, nach 30 erfolgreichen Literatursommer-Länder-Schwerpunkten den ersten Themen-Schwerpunkt auf das »Erzählen von Freiheit« zu legen, gerade heute. Die Literatur der Welt hat einiges zu diesem Thema beizutragen, und wir wollen Ihnen in diesem Jahr einen kleinen Ausschnitt zeigen: Serhij Zhadan, der ukrainische Träger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels, präsentiert einen Wegbereiter der modernen ukrainischen Lyrik, die französische Autorin Cécile Wajsbrot verbindet in einem feinsinnigen Roman die Freiheit des Ikarus mit der Geschichte des Luftverkehrs, Stella Gaitano aus dem Südsudan erzählt von Leben und Leiden in einem Bürgerkriegsland. Zudem stellt Kristof Magnusson in seinem neuen Roman ein »großes Missverständnis« vor, erzählt Arno Frank von der Bewahrung der individuellen Freiheit während der NS-Zeit, schreibt Malte Borsdorf von der ganz gegenwärtigen Befreiung von Folgen des Zweiten Weltkriegs, und beschreibt Svenja Leiber eine erfolgreiche Selbst-Befreiung nach jahrzehntelangem Warten.
Gemeinsam mit unseren Kooperationspartner*innen haben wir in diesem Jahr zum 31. »Literatursommer Schleswig-Holstein« wieder ein umfangreiches, vielfältiges Programm mit zehn Autor*innen an 15 verschiedenen Orten von Flensburg bis Lauenburg, von Meldorf bis Mölln zusammengestellt, das Lesungen, Vorträge, Ausstellungen, musikalische Events und Filmvorführungen umfasst.
Wir bedanken uns herzlich bei allen Förderern – dem Landesbeauftragten für politische Bildung SH, dem Ministerium für Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur SH, dem Kulturamt der Landeshauptstadt Kiel, dem Freundeskreis des Literaturhaus e.V., der Europa Union SH, der Investionsbank SH, dem Klett-Cotta Verlag, der Bundeszentrale für politische Bildung sowie dem Netzwerk der Literaturhäuser.

Projektleitung: Olaf Irlenkäuser / Telefon 0431-579 68-51
Projektmitarbeit: Kerstin Rottler / Telefon 0431-579 68-52
E-Mail: literatursommer(at)literaturhaus-sh.de
