Literatursommer 2020

Länderschwerpunkt Norwegen 2019

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»Wenn die Sprache gut ist, dann ist das eine eigene Wirklichkeit.
Ob es wahr ist [...], das interessiert mich nicht so viel.
« 

Tomas Espedal

 

Der Literatursommer ist in diesem Jahr dem Ehrengast der Frankfurter Buchmesse gewidmet und gibt Einblicke in die aktuelle norwegische Literatur. Die eingeladenen Schriftsteller/innen bieten eine Vielfalt an interessanten Themen und Erzählperspektiven. Philosophische, gesellschaftliche und politische Fragen sind literarisch aufbereitet, Lebensgeschichten starker Frauen werden erzählt und auch das in Norwegen verbreitete autobiographische Erzählen ist vertreten.

 Eröffnet wird der Literatursommer mit dem Schriftsteller Jostein Gaarder, der aus einem ganz neuen Werk lesen wird, einer Erzählung, in der ein sterbenskranker Mann auf sein Leben zurückblickt. Gaarder geht den existentiellen Fragen des Menschseins auf den Grund. Mit „Bergeners“ stellt Tomas Espedal sein jüngstes autobiographisches Prosawerk vor. Espedal erzählt auf beeindruckende Weise und so intim wie noch nie von den Wechselfällen seines Lebens, wobei seine Heimatstadt Bergen und einst geliebte Frauen eine zentrale Rolle spielen. Kjersti A. Skomsvold ist als wichtigste Stimme der jüngeren norwegischen Literatur bei Ihrer Lesereise mit ihrem Debütroman kennenzulernen. Dieser amüsante wie berührende Roman handelt von dem Versuch einer alten Dame, nach dem Tod ihres Mannes ins Leben zurückzufinden. Hanne Ørstavik stellt ihren neuen Roman vor, welches davon handelt, dass die Geschichten unseres Lebens immer in uns präsent sind. Einen pointierten Blick auf die heutige norwegische Gesellschaft wirft Nina Lykke in ihrem Familienroman. Sie schildert mit viel Biss den Zerfall einer mittelständischen Familie in der Wohlstandsgesellschaft und schafft humorvoll, ironisch und mit einer vielstimmigen Sprache eine Familientragikomödie. Der Musiker, Schriftsteller und politische Aktivist Pål Moddi Knutsen berichtet von zensierten und verbotenen Liedern aus aller Welt, die er übersetzt und als “Unsongs” neu aufgenommen hat. Seine Geschichten handeln von der Macht der Musik. Zum Abschluss des norwegischen Sommers präsentiert Johan Harstad seinen enthusiastisch aufgenommenen Roman “Max, Mischa und die Tet-Offensive”.

Im Rahmenprogramm zu den Lesereisen gibt es für Sie einiges zu entdecken, so eine theatralische Lesung zu Gunnar Staalesens Kriminalroman „Die Schrift an der Wand“ oder den jährlichen Parcours zur Lyrik des Gastlandes. Wir wünschen Ihnen dabei viel Freude!

 Der Literatursommer 2019 wird in Kooperation mit dem Landesbeauftragten für politische Bildung Schleswig-Holstein durchgeführt und gefördert vom Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Schleswig-Holstein, der Frankfurter Buchmesse 2019 (Norwegian Literature Abroad), der Europa-Union Schleswig-Holstein e.V., der Heinrich-Böll-Stiftung Schleswig-Holstein und der Förde Sparkasse.

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