Lesung Shida Bazyar

Lesung Shida Bazyar
Foto: © Tabea Treichel

Eine literarische Tiefenbohrung in der Provinz
Nach ihren gefeierten Romanen über Exil und postmigrantische Gegenwart widmet sich Shida Bazyar in »Die Lücken« (Kiepenheuer & Witsch) einer literarischen Archäologie der Heimat. Der Roman führt durch die Vergangenheit der fiktiven Gemeinde Heimersbach und bohrt sich tief in die Leben und Gedanken derer, die das Dorf prägten: von jüdischen Familien, die alles verloren, über NS-Profiteure, die sich als unschuldige Mitläufer neu erfanden, bis hin zu Familien, die Jahrzehnte später aus dem Iran flüchteten und in diesem Ort, der seine Geschichte aktiv verschweigt, Sicherheit und Geborgenheit suchten. In einem virtuosen Erzählmosaik aus Zeiten und Figuren legt sie das Fundament eines Ortes frei – die Lasten der Geschichten, die Lügen des Neuanfangs.
Shida Bazyar, geboren 1988 in Hermeskeil, war mit ihrem mehrfach übersetzten Debütroman »Nachts ist es leise in Teheran« (2016) zu Gast beim Europäischen Festival des
Debütromans. Ihr Roman »Drei Kameradinnen« (2021) stand auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis.
Moderation: Alexandra Friedrich

Eintritt 12,– / 8,– zzgl. Vvk-Gebühr



Veranstalter: Literaturhaus Schleswig-Holstein
In Kooperation mit »Der Norden liest« zeichnet NDR Kultur den Abend auf und sendet ihn am 13.12.2026, 20 Uhr im Sonntagsstudio.

Diese Veranstaltung gehört zum Projekt

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