Pressemitteilungen des Literaturhauses SH

Ein Überblick:

Programm des 18. Europäischen Festivals des Debütsromans

Pressemitteilung zum Herbstprogramm 2020 (Pressegespräch 25.8., 11 Uhr)

Ausblick auf das Jahr 2020

Rückblick auf das Jahr 2019

Programm des 18. Europäischen Festivals des Debütromans

Vom 1. bis zum 4. Oktober 2020 steht im Literaturhaus in Kiel alles im Zeichen neuer europäischer Romanprosa. Zum achtzehnten Mal versammeln sich zehn europäische DebütromanautorInnen, VertreterInnen ihrer Verlage und andere Literaturschaffende in Kiel. Sie kommen zusammen, um sich einander ihre noch nicht übersetzten Debütromane zu präsentieren, um ihre Erfahrungen mit
dem Schreiben, dem Verlegen und dem Übersetzen von Literatur auszutauschen und nicht zuletzt um einen Einblick in die verschiedenen europäischen Literaturmärkte zu erhalten und der Frage nachzugehen, was die junge europäische Prosa derzeit bewegt.
Das Format der Verbindung aus Fachtagung und öffentlicher Lesung, vom Literaturhaus Schleswig-Holstein und dem Institut Français de Kiel initiiert, hat sich bewährt. Immer größer wird die Anzahl von Übersetzungen ehemaliger Festivalautorinnen und -autoren, die auf Deutsch und in anderen Sprachen erschienen sind. Ihre Literatur wandert durch Europa. Und auch für das Kieler Publikum hat das Projekt einiges zu bieten: Das Lesefest am Donnerstag, den 01.10.2020, ab 19 Uhr im Musiculum in Kiel, bietet einen feierlichen und stimmgewaltigen Auftakt und ist im schleswigholsteinischen Kulturkalender zu einer festen Größe avanciert. Zudem lockt eine Gesprächsrunde mit Simoné Goldschmidt-Lechner (Mitorganisatorin des Online-Festivals „PROSANOVA 2020“ und Autorin) sowie mit Dr. Ole Petras (Institut für Neuere Deutsche Literatur und Medien an der CAU Kiel) (Moderation) bei der das hochaktuelle Thema „Grenzen und Chancen digitaler Formate für die öffentliche Vermittlung von Literatur“ diskutiert wird. (Freitag, 02.10., 18 Uhr, Literaturhaus SH). Nähere Informationen zu den programmatischen Schwerpunkten und den Teilnehmenden des Festivals senden wir Ihnen beistehend zu. Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie die Veranstaltungen für Ihre Berichterstattung berücksichtigen und zum gegebenen Zeitpunkt darauf
hinweisen könnten. Hätten Sie Interesse in anderer Form über das Festival zu berichten? Kommen Sie auf uns zu, wir organisieren gerne ein Treffen mit den AutorInnen während der Tage im Oktober.

 

Pressemitteilung zum Herbstprogramm 2020 (Pressegespräch 25.8., 11 Uhr)

Bis zum 10 März lief das Veranstaltungsjahr 2020 wie vorgesehen, und es lief sehr gut an. Genau 3 Monate später am 10 Juni mit einer Leselounge ging es weiter. Die Veranstaltung und eine zweite mit Ingo Schulze Ende Juni zeigten, dass auch unter Coronabedingungen AutorInnen wie Publikum Gefallen an Lesungen finden.

Diesen Eindruck bestätigte der irische Literatursommer im Juli/August mit 15 Veranstaltungen in Schleswig-Holstein, auch wenn die meisten irischen AutorInnen ihre leibliche Anwesenheit absagen mussten und nur via Stream präsent waren, woraufhin manche Kooperationsveranstalter von einer Lesung Abstand nahmen. Natürlich hat allen das Kieler Literatursommerfest mit der Autorin Caoilinn Hughes am meisten zugesagt, aber auch die Hybridveranstaltungen liefen gut, fanden Beifall und brachten neue Erfahrungen. Eine Auswertung der Erfahrungen, inhaltlich, organisatorisch und finanziell, steht allerdings noch aus.

So geht es nun in den Herbst mit einem vollen Programm, das sich aus Sicht des Literaturhauses zu Teilen wie Vergangenes liest, weil nachgeholte Veranstaltungen aus dem Frühjahr sich mit neuen mischen. Im Mittelpunkt werden drei größere Projekte stehen, von denen zwei heute zusammen mit Kooperationspartnerinnen vorgestellt werden, mit Britta Lange vom Nordkolleg Rendsburg das Projekt „Literarische Begegnungen“ zum deutsch-dänischen Kulturjahr, mit Catherine Rönnau vom Institut Français Kiel das Europäische Festival des Debütromans. Dazu kommt ein hauseigenes Projekt, das Sara Franzese als ihr eigenständiges Abschlussvorhaben für das Volontariat geplant hat.

„Literarische Begegnungen“ - Ein deutsch-dänisches Projekt

Anlässlich des deutsch-dänischen Kulturjahres, das den 100. Jahrestag der Volksabstimmung von 1920 über den Grenzverlauf beider Länder würdigt, führt das Literaturhaus Schleswig-Holstein gemeinsam mit dem Nordkolleg Rendsburg das zweiteilige Projekt „Literarische Begegnungen“ durch. Finanziell ist das Projekt möglich geworden durch die Unterstützung der Staatskanzlei SH, der Dänischen Kulturstiftung, der Stadt Kiel und der Sparkassenstiftung SH.

Den ersten Teil bildet die Veranstaltungswoche vom 7. bis 10. September, in der das im Hanser Verlag erschienene Buchprojekt „Licht überm Land. Dänische Lyrik vom Mittelalter bis heute“ von den dänischen LyrikerInnen Lone Hørslev und Rasmus Nikolajsen sowie dem Herausgeber Peter Urban-Halle im Literaturhaus Schleswig-Holstein, in der Stadtbibliothek Flensburg, in der Deutschen Zentralbücherei Apenrade und im Nordkolleg Rendsburg vorgestellt wird.

Der zweite Projektteil bringt am 29. Oktober vier dänische und vier deutsche AutorInnen in insgesamt vier parallelen Lesungen / moderierten Gesprächen zusammen, wobei der thematische Schwerpunkt auf den subjektiv erlebten und literarisierten Erfahrungen mit dem Thema „Grenze“ liegt. Grundlage der Gespräche sind literarische Essays, die die acht AutorInnen und die vier ModeratorInnen im Vorfeld verfasst haben. Bei den Veranstaltungen treten gemeinsam auf: Kaspar Colling Nielsen und Jochen Missfeldt moderiert von Dr. Henrike Fürstenberg (Kiel, Literaturhaus), Merete Pryds Helle und Feridun Zaimoglu moderiert von Prof. Dr. Karin Hoff (Museumsberg Flensburg), Alen Mešković und Lena Gorelik moderiert von Dr. Anna Lena Sandberg (Nordkolleg Rendsburg ), Knud Romer und Jan Christophersen moderiert von Siegfried Matlok (A. P. Møller-Skolen Schleswig).

Kooperationspartner: die lokalen Veranstaltungspartner, Sydslesvigsk Forening, Institut für Skandinavistik, Frisistik und Allgemeine Sprachwissenschaft der Christian-Albrechts-Universität in Kiel, Akademie für Sprache und Dichtung und die Deutsch-Dänische Gesellschaft e.V. Kiel.

18. Europäisches Festival des Debütromans

Zu dem Projekt ist eine eigene Pressemitteilung des Literaturhauses und des Institut Français Kiel beigefügt. Das Textheft zum Festival 2020 mit kurzen Auszügen aller Teilnehmenden in deutscher, englischer und französischer Sprache und mit bio/bibliographischen Angaben liegt bereits vor und kann zur Verfügung gestellt werden.

Berliner Ansichten - Von Marzahn bis Mitte

Die von der derzeitigen Volontärin Sara Franzese projektierte Lesereihe widmet sich verschiedensten Werken mit Bezug zur Spreemetropole. Betrachtet in den Werken werden sowohl die Entwicklung der Stadt wie auch die Lebenswelt der dort ansässigen Menschen, wobei sich eine Zeitspanne vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis in die Gegenwart auftut. Fünf AutorInnen stellen ihre Bücher im Rahmen dieser Reihe vor.

Weitere Veranstaltungen im Herbst

Neben den drei Projekten stehen auf der Literaturhausagenda zwei interessante Neuerscheinungen. Mit Hallgrímur Helgason ist am 19.10. mal wieder einer der bekanntesten isländischen Romanciers in Kiel zu Gast. Sein neuer Roman verspricht „60 Kilo Sonnenschein“ und erzählt vom Weg Islands in die Moderne. Und die Kieler Autorin Ilse Behl, bekannt vor allem durch ihre Jugendbücher, stellt sich als Lyrikerin vor. „Unterwegs im Blätterwald“ heißt ihr Lyrikzyklus. Dr. Gisela Beissenhirtz wird das Gespräch mit der Autorin moderieren. (17.09.) Ansonsten im Programm einige schon für das Frühjahr vorgesehene Veranstaltungen mit Ingrid Strobl (04.11.) und mit der italienischen Autorin Francesca Manfredi (08.12.) sowie Präsentationen von einflussreichen Werken der englischsprachigen Literatur im 20. Jahrhundert, „A taste of honey“ von Shelagh Delaney durch den Übersetzer Tobias Schwartz und den Anglisten André Schwarck (19.11.), „I am not your negroe“ von James Baldwin durch die Übersetzerin Miriam Mandelkow (03.12.) und eine Auswahl besonderer amerikanischer Kurzgeschichten zu Weihnachten von O. Henry, Truman Capote, Carson McCullers und Ray Bradbury durch den Kölner Schauspieler Stephan Schäfer (15.12.).

Genauere Informationen zu all diesen Veranstaltungen finden Sie für September und Oktober in dem angehängten Zweimonatskalender und insgesamt auf der neu gestalteten Website des Literaturhauses, einem Begleitprodukt der dreimonatigen Veranstaltungspause.

 

Ausblick auf das Jahr 2020

1. Allgemeines Lesungsprogramm im Kieler Jaus Januar bis April

Ein roter Faden, wie er sich bei der Durchsicht der ersten Monate in den vergangenen Jahren fand, lässt sich 2020 für das Programm der Abendlesungen deutschsprachiger Autoren nur sehr allgemein benennen, denn Erinnern und auch Vergessen, oft mit persönlichem biographischem Hintergrund unterlegt, sind derzeit ein sehr allgemeiner dominanter Trend neuer Prosa. Dieser Trend spiegelt sich eben auch in den Lesungen. Auf jeden Fall sind im Literaturhausprogramm eine Reihe literarisch erstklassiger Romane aus den Herstprogrammen vertreten, die auch thematisch sehr aktuell sind.

Für die Auftaktlesung konnten wir Jackie Thomae mit ihrem zweiten Roman „Brüder“ gewinnen, die auf der Shortlist zum Deutschen Buchpreis geführt wurde. Die Geschichte um zwei Brüder im Berlin der 90er Jahre, deren senegalesischer Vater abwesend ist und die sich immer wieder mit der Frage konfrontiert sehen, welche Rolle die eigene Hautfarbe für ihr Schicksal spielt, wirft die Frage, ob wir unser Schicksal selbst bestimmen oder unsere Herkunft uns unweigerlich prägt. Aber nicht nur durch diese hochaktuelle Thematik überzeugt der Roman, er ist auch sehr gut erzählt, spannend und in eher amerikanischer Erzähltradition zuhause (16.1.).

Zwei andere Bücher, die meiner persönlichen Überzeugung nach der Shortlist nicht schlecht angestanden hätten, sind im Februar bei Lesungen von Steffen Kopetzky und Judith Kuckart kennenzulernen. Kopetzkys „Propaganda“ spannt einen Bogen vom Zweiten Weltkrieg bis zum Vietnamkrieg und und erzählt uns von einem amerikanischen Propagandaoffizier, der in beiden Kriegen eingesetzt ist und die Grunderfahrung vom Zusammenhang Krieg und Lüge und der zynischen Verlogenheit des Politischen macht. Dass Kopetzky mitreissend von Historischem erzählt, hat sein letzter Roman „Risiko“ gezeigt. Wie nah er uns an die Gegenwart führt, zeigt der neue. (13.2.) Judith Kuckart, immer wieder sehr beeindruckend in ihren Lesungen in Kiel, erzählt scheinbar vor allem eine Liebesgeschichte, oder besser drei, wovon eine sich eher als Projektion erweist. „Kein Sturm, nur Wetter“ wird durch die Person der Erzählerin, einer Neurobiologin, die mit Versuchen an Mäusegehirnen beschäftigt ist, zu weit mehr als dieser Liebesgeschichte. Er wird zu einem Reflexionsroman über gescheiterte Beziehungen und über das Scheitern an sich selbst wie über das Erinnern an dieses Scheitern und überhaupt über das Thema Erinnern und Vergessen. (20.2.)

Um Erinnerungen und das Erinnern geht es auch dem Kieler Journalisten und Schriftsteller Hannes Hansen, der in dem Roman „Jenes volle satte Gelb“ ein Porträt seiner Heimatstadt Potsdam zeichnet. Der Roman nimmt den Leser mit zu einer Reise in die Wirren der Wende, zu der sich der knapp fünfzigjährige Georg aufmacht. In Potsdam begibt er sich auf die Suche nach einem Verlust, den er jedoch nicht beschreiben kann. Zeitgeschichte begegnet Individualgeschichte und wenn man liest, wie der Autor einen erzählerischen Sog erzeugen kann, wundert man sich immer wieder, warum er doch recht selten neue Romane vorlegt. (23.1.)

Reflexionen eines gut 60jährigen Wissenschaftlers über das Leben, die gerade nach 40 Jahren gescheiterte Ehe und den Weg, der dorthin führte, bestimmen auch Ulrike Draesners neuen Roman „“Kanalschwimmer“, der in England spielt und im Grunde von dem Vorhaben dieses Helden, den Ärmelkanal zu durchschwimmen, erzählt, seinem Traum, dessen Verwirklichung ausgerechnet im Moment des persönlichen Scheiterns ansteht. (9.3.)

Und schließlich geht es im März auch bei Ingrid Strobl um Erinnerungen, ganz biographische in diesem Fall. „Vermessene Zeit“ heißt das Buch, mit dem die Autorin ihre Hafterfahrungen, den Feminismus und die Frage individueller Verantwortung reflektiert und nach den Motiven und der Legitimation von Widerstand und Gewalt in der BRD fragt. Ingrid Strobl wurde Ende der 80er Jahre zu mehreren Jahren Haft verurteilt, weil ein Wecker, den sie gekauft hatte, als Zeitzünder bei einem Brandanschlag der »Revolutionären Zellen« auf ein Lufthansagebäude verwendet wurde. (25.3.)

Außerdem sind Ende Februar im Literaturhaus zwei Autorinnen aus SH zu Gast, die den Zusammenhang von Politischem und Persönlichen in Prosa bzw. Lyrik nachgehen und die drängende Frage nach dem Bestand der Erde aufwerfen.. »DIALOG – Texte zu Jetzt und Unzeit« heißt das Programm von Marlies Jensen-Leier und Ute Pfeiffer, das unter dem Motto »Weil es mich fassungslos macht, was trotz der Vorsätze meiner Generation weltweit geworden ist« steht. (17.2.)

Auch zwei fremdsprachige Lesegäste warten auf das Literaturhauspublikum: Der französische Autor und streitbare Philosoph Tristan Garcia spielt in seinem spannenden, phantastischen Roman die Frage durch: Macht uns die Unsterblichkeit glücklich, würden wir wirklich unendliche Wahlmöglichkeiten haben wollen? Sein namenloser Ich-Erzähler erwacht nach seinem Tod sieben Mal wieder zum Leben und durchläuft die Wachstumsphasen des Menschen jedes Mal erneut. Dabei erinnert sich der Erzähler nach jedem Neubeginn an die bereits gemachten Erfahrungen aus früheren Existenzen. In seinen verschiedenen Leben durchläuft er unterschiedliche berufliche Karrieren - er ist Beamter, Barrikadenkämpfer, Guru, Autor, Gelegenheitsarbeiter und Nobelpreisträger. Der Roman besteht aus sieben Geschichten, zusammengehalten von der Frage, in welche beruflichen Abhängigkeiten und ideologischen Konzepte man sich im Leben hineinbegibt. (11.2.)

Mit dem dänischen Erfolgsautor Knud Romer und seinem neuen Roman „Die Kartographie der Hölle“ eröffnet das Programm einen Dänemarkschwerpunkt des Literaturhauses, der in einer eigenen Pressemitteilung angekündigt ist. Romers Werk ist in Nykøbing, Kopenhagen, Frankfurt und Teheran angesiedelt und führt seinen Helden Knud durch die politisch und gesellschaftlich ereignisreichen achtziger und neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts. Knud Romer springt zwischen Orten und Zeiten, jongliert mit Fakten und Gefühlen. (17.3.)

Prosatextwerkstatt Nordtext XVII vom 28.2. bis 1.3.

Mit Nordtext bieten das Literaturhaus SH und das Nordkolleg Rendsburg nun schon zum siebzehnten Mal Autorinnen und Autoren die Gelegenheit zum intensiven literarischen Austausch mit konkreter Textarbeit anhand eingereichter Manuskripte. Die Leitung übernimmt die Lektorin Annette Wassermann (Verlag Klaus Wagenbach). Bewerbungsschluss: 2.2.20

Förderer

Wie immer ist dieses vielfältige und unterschiedlichen Interessen entgegenkommende Programm nur mit der tat- und finanzkräftigen Unterstützung einer ganzen Reihe von Veranstaltungspartnern möglich. Dies sind für das erste Halbjahr 2020: das Kieler Institut Français, das Romanische Seminar der CAU, das Institut für Neuere Deutsche Literatur und Medien der CAU, der Freundeskreis des Literaturhauses SH und die vielen Förderer des Europäischen Festivals des Debütromans im In- und Ausland.

Für die Förderung der Institution danken wir der Kulturabteilung im Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes SH, der Landeshauptstadt Kiel und für die des Jungen Literaturhauses der Investitionsbank SH.

 

Rückblick auf das Jahr 2019

1. Rahmenbedingungen

Das Literaturhaus hat für 2019 ein gegenüber 2018 deutlich erhöhtes Gesamtbudget von 390.000 Euro auszuweisen (2018: 330.000 Euro), das projektbezogene Rückstellungen von 13.000 Euro aus 2018 enthält sowie für die Realisierung eines größeren deutsch-dänischen Projekts in 2020 eine Rückstellung in Höhe von 20.000 Euro ausweist.

Der so faktisch verbleibende Mittelzuwachs im Geschäftsjahr 2019 von ca 30.000 Euro ergab sich aus einer zunächst einjährigen Erhöhung des institutionellen Zuschusses seitens des Landes um 30.000 Euro, der ab 2020 in einem neuen Kontrakt für drei Jahre auf die Gesamtsumme von 228.000 Euro festgeschrieben werden soll. Diese Mittel sind vollständig in eine Aufstockung der Personalmittel für die Mitarbeiterinnen sowie der Künstlerhonorare geflossen. Wichtig für den ausgeglichenen Etat auf diesem Niveau war allerdings auch das sehr gute Drittmittelergebnis vor allem in zwei Projekten, im norwegischen Literatursommer und bei den beiden Buchprojekten des Hauses, dem dritten Band der Anthologie „Neue Prosa“ und dem ersten Auswahlband der neuen Reihe „Signaturen“, der Henning Boëtius gewidmet war. Im rein institutionellen Haushalt gab es gegenüber dem Vorjahr abgesehen von der Erhöhung der Personalkosten lediglich minimale Verschiebungen für die Sachkosten. Dort bleiben die Miet- und Mietnebenkosten für das Haus am Schwanenweg mit knapp 21.000 Euro die größte Belastung.

Trotz dieser positiven Entwicklung perpetuiert sich für die Geschäftsführung die Aufgabe, in den kommenden Jahren noch weitere nötige Mittel für ‚gerechtere Löhne‘ zu akquirieren. Dies wird angesichts der Vorleistung seitens des Landes vor allem die Verhandlungen mit der Landeshauptstadt Kiel über die nächste Förderperiode (2019: 16.400 Euro) bestimmen. Die Notwendigkeit solcher Verhandlungen exponierte auch eine Veranstaltung zu gerechteren Löhnen in der Kulturarbeit, die das Literaturhaus in Zusammenarbeit mit dem Landesverband Soziokultur und der Kulturpolitischen Gesellschaft SH organisierte.

Dank des großen Engagements aller Mitarbeiterinnen wurden auch 2019 die Aufgaben des Literaturhauses in den unterschiedlichen Projektbereichen wieder bewältigt, wurde auch wieder, soweit sinnvoll und möglich, Neues angestoßen. Zusätzlich zu den Arbeiten im Allgemeinen Programm des Hauses und im Jungen Literaturhaus, bei der Kieler Liliencron-Dozentur, im norwegischen Literatursommer und beim Europäischen Festival des Debütromans wurden die beiden genannten Buchprojekte sowie eine filmische Anthologie zu Schriftsteller/innen in Schleswig-Holstein anhand von Lesungsaufnahmen im Literaturhaus produziert, ein Sonderprogramm zum 30jährigen Bestehen des Trägervereins Literaturhaus SH realisiert und die Anträge für ein Projekt zum Kulturellen Freundschaftsjahr D-DK 2020 erarbeitet.

Für all diese Projektaktivitäten standen im Haushalt insgesamt 164.000 Euro (2018: 139.000) zur Verfügung, wobei davon aus Mitteln Dritter, Eintritten und Steuererstattungen 83.000 Euro (2018: 77.000 Euro) finanziert wurden. In diesem Projektetat schlugen die autorenbezogenen Kosten (Künstlerhonorare und Nebenkosten für KSK, Reise und Übernachtung) mit 2/3 zu Buche (97.000). Hier finden Sie eine Übersicht des Haushaltes 2019:

Unverzichtbar, und das heißt auch kostensparend, für die erfolgreiche Arbeit blieb auch 2019 wieder der hohe ehrenamtliche Einsatz seitens des Freundeskreises des Literaturhauses und des Vereinsvorstands.

Zwei Wermutstropfen trüben diese positive Allgemeinbilanz, einerseits waren dies der fortdauernde Lärm und die Unruhe durch die länger als avisiert anhaltenden Bauarbeiten im Schwanenweg, andererseits die Tatsache, dass auch 2019 der erhoffte Umbau des Hauses zu mobilitätsfreundlicherem Zugang nicht erreicht wurde. Die Hoffnungen gehen auf 2020.

 

2. Allgemeines Jahresprogramm: Abendveranstaltungen im Literaturhaus in Kiel

Das Abendprogramm 2019 hielt wieder ein überaus reichhaltiges und vielfältiges Lesungsprogramm in- und ausländischer Autoren und Autorinnen bereit, darunter wieder, auch ohne einen eigenen Schwerpunkt wie 2018, eine ganze Reihe aus Schleswig-Holstein (Peter Neumann, Wolfgang Brenneisen, Heiner Egge, Elisabeth Plessen, Jan Christophersen, Therese Chromik, der Journalist Wieland Wagner, das Trio Wort & Ton um Fritz Bremer, Henning Schöttke, das lyrische Duo Arne Rautenberg und Heinrich Detering). Außerdem beteiligte sich das Literaturhaus zweimal an einer Hommage für schleswig.holsteinische Dichter, für Peter Rühmkorf im Schauspielhaus und für den Kieler Christian Saalberg. Unter den weiteren gut 20 deutschsprachigen Lesegästen fanden sich einige, die auf sehr große Resonanz beim Publikum stießen und auch für viele Diskussionen seitens des rein Literarischen sorgten. Max Czollek, Wilhelm Schmid, Carmen Korn, Ursula Krechel, Saša Stanišić, Jaroslav Rudiš, Veit Heinichen und Peter Stamm wären hier zu nennen. In die Präsentation fremdsprachiger Autoren/innen waren wie üblich unterschiedliche Kooperationspartner logistisch und finanziell eingebunden, wobei sich abzeichnet, dass verschiedene Seminare der CAU erfreulicherweise immer häufiger Interesse daran zeigen, an den ihnen passenden Veranstaltungen zu partizipieren, sei es durch Lesungsteilnahme von Studierenden und Mitarbeiter*innen, sei es durch eigene studentische Werkstattgespräche. Dies wirkte sich besonders erfreulich bei drei Namen aus, die ehemalige Ausgaben des Europäischen Festivals des Debütromans in Erinnerung riefen, Radka Denemarková, Żanna Słoniowska und Kjersti A. Skomsvold.

Der Herbst brachte neben Lesungen noch einen für das Haus besonderen Schwerpunkt, zwei Veranstaltungen anlässlich des 30-jährigen Bestehens des Literaturhaus Schleswig-Holstein e.V.. Eine Podiumsdiskussion zum Thema „Literatur fördern. Was heißt und wie geht das?“ mit dem Direktor des Literarischen Colloquiums Berlin Florian Höllerer und der Autorin und ehemaligen Hausvolontärin Juliana Kálnay sowie die Premiere des Films „Wie Literatur sich ihre eigene Wirklichkeit schafft“, einer Dokumentarproduktion des Literaturhauses mit dem Kieler Filmemacher Malte Blockhaus, die Lesungen und Interviews von und mit acht SH-Autoren aufbereitet.

Obzwar ursprünglich nur auf zwei Jahre geplant, hat der von Prof. Meier angebotene Lesekreis ein drittes Jahr stattgefunden und war auch 2019 fünfmal ausgebucht. Besprochen wurden Robert Seethaler, Takis Würger, Inger-Maria Mahlke, Michel Houellebecq und Saša Stanišić.

Das Handwerkszeug des Schriftstellers hatte 2019 wieder seinen mittlerweile traditionellen Platz im Programm des Literaturhauses. Die gemeinsam mit dem Nordkolleg erarbeiteten Werkstattangebote mit dem Highlight der Prosawerkstatt „NordText“, die auch im 16. Jahr, diesmal unter Leitung der Lektorin Angela Tsakiris vom DuMont Literaturverlag, ausgebucht war und sehr gut ankam, sind eine feste Säule, das Projekt „Neue Prosa“, für das 2019 die Publikation der dritten Anthologie anstand, war eine zweite, die monatlichen „Beratungen für Autoren und Über­setzer“ die altbekannte und immer noch gerne wahrgenommene dritte.

3. Sonderprojekte

Am Anfang des Jahres stand die 21. Liliencron-Dozentur, die mit dem Dozenten José F.A. Oliver einen der bekanntesten und frühesten Migranten in der deutschen Lyrikszene zu Gast hatte. Die Spracharbeit und das Bildvermögen des in Andalusien geborenen und im Schwarzwald beheimateten Oliver, die oft die doppelte Sprachherkunft reflektierten, war eindrucksvoll und hat unter den Lesungszuhörern im Literaturhaus wie dem Vorlesungspublikum in der Universität viel Begeisterung hervorgerufen. Da sich die Kooperation mit dem Institut für Neuere Deutsche Literatur und Medien auch 2019 sehr gut gestaltete, war bei Oliver wieder für junges Publikum gesorgt und für einen regen Austausch in einem eigenen studentischen Seminar mit ihm.

Das siebzehnte Europäische Festival des Debütromans verzeichnete erstmals Teilnehmer*innen aus zwölf Ländern. Die logistischen Probleme speziell für die Präsentation einer so großen Zahl von Autor*innen und von Büchern, hielten sich aufgrund einer sehr straffen Durchführung und einer Änderung für die moderierten Autorengespräche in Grenzen. Auch das für diese Maitage immer wichtige Wetter zeigte sich von freundlicher Seite und trug seinen Teil zu einer ausgesprochen diskussionsfreudigen, von wechselseitiger Aufgeschlossenheit geprägten und heiteren Atmosphäre bei. Die zwölf Festivalteilnehmer*innen stellten überzeugende literarische Texte und vielfältige Themen vor. Während des Festivals wurde ein Akzent auf das Thema „Urheberrechtsfragen“ gesetzt, der allerdings die Debütant*innen noch wenig anzusprechen schien. In den Workshops der Autoren und Verleger wurde in intimer Atmosphäre über Themen wie den zweiten Roman oder der Weg der Romane zu Buchhändlern und bei den Lektoren dann auch über Urheberrechtsfragen gesprochen. Anregende Diskussionen zwischen den Teilnehmern, eine produktive Gruppendynamik und ein abermals breiter Zuspruch des Kieler Publikums zeugten vom Erfolg des Formats. Dem Lesefest im Literaturhaus gingen wieder nachmittägliche Autorengespräche in philologischen Seminaren der CAU voran, was auch dem Lesefest einen sehr guten studentischen Zuspruch eintrug.

Der Literatursommer Norwegen

Der „Literatursommer 2019“ präsentierte vom 22. Juli bis zum 16. September Literatur aus Norwegen. Dazu befanden sich die Schriftsteller*innen Jostein Gaarder, Tomas Espedal, Kjersti A. Skomsvold, Hanne Ørstavik, Nina Lykke, Pål Moddi Knutsen und Johan Harstad an verschiedenen Orten Schleswig-Holsteins auf Lesereise. Neben den Autor*innenlesungen beinhaltete das Programm in diesem Jahr auch Theatralische Lesungen, eine Lyriklesung mit Musik, eine Fotoausstellung und eine Filmvorführung. Insgesamt umfasste der „Literatursommer“ in diesem Jahr 31 Veranstaltungen an 26 verschiedenen Orten in Schleswig-Holstein und beinhaltete mit der Lesung in Apenrade wieder eine Veranstaltung in Dänemark.

Die diesjährige Veranstaltungsreihe konnte an den Erfolg der vorhergehenden „Literatursommer“ anknüpfen. Für eine weitestgehend aus Lesungen fremdsprachiger Autor*innen bestehende Veranstaltungsreihe hat das gesamte Festival eine sehr gute Resonanz erzielt, wobei die Zahlen für die einzelnen Veranstaltungen wie in jedem Jahr den gewöhnlichen Imponderabilien bei Literaturveranstaltungen unterliegen und entsprechend der Größe der jeweiligen Veranstaltungsorte, der Art des Veranstaltungsformats, der Presseberichterstattung im Vorfeld, teils sehr, teils weniger zufriedenstellend ausgefallen sind.

Sehr erfreulich war die gelungene Zusammenarbeit der beiden unterschiedlichen Veranstalter in Eutin (Stiftung Schloss Eutin und Kreisbibliothek), die ihre beiden Lesungen im Rahmen des „Literatursommers“ in Eutin mittels eines gemeinsamen Pressetermins geschlossen bewarben.

Die Veranstaltungen von den renommierten bekannteren Autor*innen wie z. B. Jostein Gaarder und Tomas Espedal konnten höhere Besucherzahlen verzeichnen als z. B. die Lesereise von Nina Lykke. Die Lesereise von Jostein Gaarder zählt mit vier Veranstaltungen bei einer Gesamtbesucherzahl von ca. 780 zu den erfolgreichsten des gesamten Literatursommers. Die zweithöchste Besucherzahl wurde bei der Lesereise von Tomas Espedal erzielt (320 Besucher bei vier Terminen). Die Anzahl der Besucher bei den Lesungen von Jostein Gaarder sticht heraus und schlägt deutlich den Spitzenreiter vom Vorjahr. Besonders erfreulich aus Sicht des Literaturhauses war, dass mit Kjersti A. Skomsvold die norwegische Teilnehmerin am Europäischen Festival des Debütromans 2010 wiederkehrte, um ihren mittlerweile dritten auf Deutsch erschienenen Roman vorzustellen.

Durch die verschiedenen thematischen und stilistischen Ansätze der eingeladenen Schriftsteller*innen konnte ein vielfältiges Bild der modernen Literaturszene Norwegens gezeichnet werden. Auch politisch kritische Themen wurden dabei nicht ausgespart (wie z. B. konkret am Beispiel von Pål Moddi Knutsens „Verbotene Lieder“) und die Veranstaltungen haben zu einer vielfältigen und tiefgehenden Auseinandersetzung mit der Lebenswirklichkeit des Gastlandes geführt. Die Resonanz aller Beteiligten – Schriftsteller*innen, Veranstalter sowie, soweit nachvollziehbar, Publikum – auf die Veranstaltungen war durchweg positiv. Bei nahezu allen Lesungen schloss sich eine rege Diskussion an und sowohl die Autor*innen als auch das Publikum konnten den jeweiligen Horizont erweitern.

Publikationen

Im November wurde im Literaturhaus die dritte Anthologie „Neue Prosa aus Schleswig-Holstein“ mit 13 der 120 für den Preis eingereichten Texte präsentiert. Die Anthologie schient uns von höherer literarischer Qualität und Dichte und präsentiert sehr unterschiedliche Spielformen der Prosa. Der Absatz ließ sich zunächst gut an, lahmt aber nun, wie es für die beiden Vorgänger auch der Fall war.

Bereits im Mai wurde die neue Buchreihe „Signaturen“ mit dem ersten Band präsentiert, ebenfalls großzügig gefördert von Dr. Norbert Klause. Jeder Band der auf jährliches Erscheinen konzipierten Reihe stellt eine/n SH-Autor/in vor in Texten von ihr/ihm und über sie/ihn sowie in Fotos von ihm/ihr. Band 1 war dem Rendsburger Henning Boëtius gewidmet.

Wie Literatur sich ihre eigene Wirklichkeit schafft“ ist der Titel einer filmischen Anthologie, die im Literaturhaus entstanden ist und die Vielfältigkeit des Phänomens Lesung und der schleswig-holsteinischen Literatur sichtbar macht. Prosa wie Lyrik umfasst der Dokumentarfilm von Malte Blockhaus und zeigt Lesungsausschnitte wie Interviews. Es lesen: M. Krügel, J. Kálnay, J. Missfeldt, F. Zaimoglu, M. Göritz, A. Rautenberg, D. Runge und C. Ecker. Die DVD ist im Literaturhaus zu erwerben. An der Nutzung für den Unterricht interessierten Pädagog*innen oder Bibliotheken steht sie kostenfrei zur Verfügung.

4. Junges Literaturhaus

Das Junge Literaturhaus hat ein sehr stabiles Jahr ohne große Neuerungen hinter sich. Das Projekt „Lesetipps der Leseratten“ mit seinen schön gestalteten Faltblättern und einem Internetblog, die immer ausgebuchten Vorlesevormittage für Kindergärten und -tagesstätten in Kiel, die dank des Engagements ehrenamtlicher VorlesepatInnen des Freundeskreises Literaturhaus SH angeboten werden können, sowie die Werkstatt „Texte unter der Lupe“ unter Leitung des Schriftstellers Christopher Ecker (9 Veranstaltungen im Literaturhaus und eine öffentliche Präsentation in der Hansa48 in Kiel) sind etablierte Adressen im Literaturbetrieb für junge Menschen. Und die Reihe der LeseLounges, in deren Organisation auch Studierende eingebunden sind und die an 5 Abenden 10 junge Autor*innen und 5 Musikbands zu Gast hatte, überzeugt unverändert durch hohes Niveau und erfreuliche Resonanz bei den jungen Autoren und Autorinnen wie bei der nicht nur studentischen Öffentlichkeit. Das Gleiche ist von dem im 10. Jahr gelaufenen Slam Poetry Kooperationsprojekt mit dem Institut Français in Kiel festzuhalten, das 2019 wieder deutsch-französische Abendauftritte sowie drei Workshops für französisch lernende Schüler verzeichnete.

Der nach einer mehrjährigen Pause in 2018 wieder aufgenommene Kinder- und Jugendbuchabend in der Vorweihnachtszeit, der gemeinsam mit dem Kinder- und Jugendbuchkreis angeboten wird, fand zwar passable Resonanz, muss aber nach Eindruck der Veranstaltenden und einiger Zuhörer noch eine kompaktere Form und ein jüngeres Publikum finden.

5. Gremienarbeit

Unverändert wichtig und arbeitsintensiv bleibt die Serviceleistung für die Literatur im Land, die das Literaturhaus durch seine Mitarbeit in verschiedensten Gremien leistet und die hilft, immer auf dem Stand der großen literarischen Themen vom Bibliotheksgesetz bis zum Urheberrecht zu bleiben. In Person des Geschäftsführers ist das Haus vertreten

  • in der Arbeitsgemeinschaft der Literaturräte in der Bundesrepublik Deutschland, für die das Literaturhaus auch die Sprecherfunktion hat

  • in der Deutschen Literaturkonferenz, die als Sektion Literatur im Deutschen Kulturrat fungiert

  • im Beirat des Bibliothekenverbandes Schleswig-Holstein, der dem Literaturhaus einen Gaststatus eingeräumt hat

  • im Landeskulturverband Schleswig-Holstein

  • im „Netzwerk Literaturorte“, das sich als ein Zusammenschluss von Literarischen Gesellschaften und Dichterhäusern in Schleswig-Holstein 2018 konstituiert hat und 2019 seine zweite Jahrestagung in Eutin durchführte.

6. Besucherstatistik

Das Literaturhaus hat 2019 mit der Durchführung von oder Beteiligung an 163 Veranstaltungsangeboten für Erwachsene und Jugendliche insgesamt 7.290 interessierte Besucher in Schleswig-Holstein erreicht. Daraus ergibt sich ein rechnerischer Durchschnitt von 45 Besuchern pro Veranstaltung (2018: 148 / 7.500 / 51).

Dieses im Durchschnitt leicht schlechtere Ergebnis hat zwei wesentliche Gründe. Einerseits wurden im Jahr 2019 lediglich zwei Veranstaltungen in der deutlich mehr Besucher fassenden Kunsthalle angeboten (2018: 4), andererseits resultiert die deutlich erhöhte Gesamtzahl der Angebote vor allem aus dem Bereich Werkstattarbeit und Vorlesevormittage im Jungen Literaturhaus, die von vornherein mit Teilnehmerbeschränkung ausgelegt sind. (2019: 306/29/10,5). Demgegenüber ist das Ergebnis im Bereich der Lesungen für Erwachsene fast identisch mit dem Vorjahr. Verzeichnet sind 72 Lesungsveranstaltungen, die eigenständig bzw. in Kooperation und großteils im Literaturhaus in Kiel durchgeführt wurden, mit 4.103 Besuchern und einem Durchschnitt von gut 57 Besuchern (2018: 57/ 4.000/73). Hingegen sank die Resonanz auf weitere 46 vom Haus unterstützte Lesungsveranstaltungen im ganzen Land bzw. literarische Gastveranstaltungen im Kieler Haus gegenüber 2018 bei zusammen 2.370 Besuchern und einem Durchschnitt von 51,5 (2018: 40/2.400/57).

Das Ergebnis zeigt leichte Einbußen in allen Angebotsbereichen außer den abendlichen Lesungen mit Eintritt, ein Ergebnis, das sich aus Sicht des Literaturhauses aus einer gewissen Zurückhaltung angesichts fortdauernder Bauarbeiten vor allem bei Eltern, die tagsüber ihre Kinder bringen, erklärt. Dass trotz dieser Zugangsschwierigkeiten der Durchschnittswert am Abend sogar gesteigert werden konnte, freut uns außerordentlich.

Einige von der Besucherfrequenz herausragende Lesungen sind für die Kieler Lesungen hier hervorzuheben. Wie schon öfter zu bemerken liegen viele davon im ersten Jahresdrittel: Max Czollek und Wilhelm Schmid im Januar, Carmen Korn, Ursula Krechel und Nino Haratischwili (Kunsthalle) im Februar, Saša Stanišić im März. Für den Sommer sind die Lesungen von Jostein Gaarder (Kunsthalle) und Tomas Espedal als besonders besucherstark zu nennen, für den Herbst die Auftritte von Anne Siegel, Deniz Yücel (Landtag), dem lyrischen Duo Detering und Rautenberg sowie Peter Stamm. Hinzu kamen wie alljährlich die Lesefeste des Europäischen Festivals des Debütromans und des Literatursommers sowie 2019 auch die Veranstaltung zum Internationalen Frauentag, die Jubiläumsveranstaltung des Literaturhauses und die Premiere des Autorenfilms.

Förderer/Kooperationspartner

Ergänzend zu den oben bei den Rahmenbedingungen der Arbeit angeführten Haushaltszahlen bleibt für die Projekte festzuhalten, das die Machbarkeit und der Erfolg ohne die festen und wechselnden Partner des Literaturhauses nicht möglich gewesen wäre. Die Partnerschaft mit der Investitionsbank Schleswig-Holstein sichert die Arbeit des Jungen Literaturhauses nun seit Jahren, der Beitrag des Bureau du Livre der Französischen Botschaft und die Kooperationen mit ausländischen Literaturinstitu­tionen ermöglichten wieder die Organisation des Europäischen Festivals des Debütromans, ohne das Engagement der Norwegian Literature Abroad, der Landeszentrale für Politische Bildung, der Böll-Stiftung und der Förde Sparkasse wäre der kostenintensive Literatursommer nicht möglich gewesen und das Projekt „Neue Prosa“ wird fast vollständig von der Familie Klause finanziert. Dank zu sagen gilt es aber auch vielen anderen, den Kooperationspartnern im Literatursommer und bei regelmäßigen Einzelveranstaltungen im Literaturhaus über das Jahr, den Besuchern, die ihre Eintritte entrichten, und last but not least dem Freundeskreis des Literaturhauses für diverse finanzielle Unterstützungen sowie für das persönliche Engagement von Mitgliedern im Veranstaltungsservice, das aufgrund der Kosten für bezahlte Aushilfen in einer geldwerten Rechnung mit ca. 4.000 Euro zu veranschlagen wäre.

Presseresonanz

Die umfängliche Arbeit des Literaturhauses fand auch 2019 wieder einen Spiegel in sehr ausführlicher Berichterstattung und zahlreichen Veranstaltungsankündigungen. Die Übertragung aufgezeichneter Lesungsveranstaltungen im Offenen Kanal Kiel wurde in 2019 noch intensiviert. Der folgende Überblick muss allgemein gehalten bleiben. Exakte Zahlenangaben zur Presseresonanz sind derzeit noch nicht möglich.

Die Kieler Presse (Kieler Nachrichten und Kieler Express) druckte kontinuierlich Berichte von Lesungen, dazu ausführliche Vorberichte zu den beiden Halbjahresprogrammen und zu großen Projekten wie dem Europäischen Festival des Debütromans oder dem Literatursommer und einzelnen herausstechenden Veranstaltungen. Dazu kam eine Fülle von Ankündigungen in monatlich oder wöchentlich erscheinenden Veranstaltungskalendern und in dem Kieler Tourismusprodukt „Förde Lotse“.

Im Land publizierte das Flensburger Tageblatt in seinem regionalen Mantel Berichte zu großen Pressegesprächen und berichtete über herausragende Einzelveranstaltungen oder über solche, die im Literatursommer im Einzugsbereich des sh:z stattfanden. Im Hinblick auf Einzelveranstaltungen war die Resonanz der Medien in Neumünster und Heide entsprechend.

Eine ähnliche Tendenz zeigt der NDR, der 2019 mit einigen Radiointerviews und einer Reihe von Einzelankündigungen in der Statistik zu Buche schlug.

Die digital publizierten Ankündigungen und Berichte im Munk-Hansen-Kulturblog, im Fördeflüsterer, im Facebookauftritt des Freundeskreises Literaturhaus SH und in den mittlerweile etlichen Ankündigungen von Veranstaltungen in Internetkalendarien und auf den Netzseiten von Kooperationspartnern zeigten stärkere Auswirkung v.a. bei den Kartenbestellungen, doch bleibt diese Wirkung noch deutlich hinter der der Printmedien zurück.

 

 

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